Das hat alles mit Farbmanagement und einer guten Vorbereitung zu tun. Obwohl digitale Fotos oft auf Bildschirmen betrachtet werden, bleibt ein physischer Abzug die schönste Art, ein Bild wirklich zum Leben zu erwecken. Trotzdem kann das Ergebnis manchmal enttäuschen. Ein Abzug wirkt zu dunkel, zeigt einen Farbstich oder eine andere Abweichung. Das liegt häufig daran, dass das Farbmanagement nicht optimal eingestellt ist. Zum Glück gibt es verschiedene Möglichkeiten, das zu verbessern und deine Abzüge auf ein höheres Niveau zu bringen.
Warum ist Farbmanagement wichtig?
Farbmanagement ist entscheidend, um sicherzustellen, dass dein gesamter Workflow von der Kamera über den Monitor bis hin zum Drucker gut aufeinander abgestimmt ist. Ohne korrektes Farbmanagement kann ein Foto auf dem Bildschirm ganz anders aussehen als der finale Abzug. Das liegt daran, dass jedes Gerät einen eigenen Farbraum besitzt und das menschliche Auge mehr Farben wahrnehmen kann, als ein Bildschirm oder Drucker darstellen kann. Wenn du ein dunkles Foto aufhellst oder ein überbelichtetes Bild bearbeitest, spielt Farbmanagement eine zentrale Rolle. Ein gut kalibrierter Monitor sorgt dafür, dass du ein realistisches Bild deiner Fotos siehst und der spätere Abzug nicht zu dunkel oder zu hell ausfällt.
Monitor kalibrieren für präzise Farben
Viele moderne Monitore sind ab Werk zu hell eingestellt. Dadurch wirken Fotos auf dem Bildschirm heller, als sie tatsächlich sind. Das kann dazu führen, dass Abzüge zu dunkel ausfallen. Ein gut kalibrierter Monitor ist daher unerlässlich für die Bildbearbeitung. Durch die Kalibrierung passt du die Darstellung deines Bildschirms an die Realität an. Die NIDF Norm empfiehlt einen Weißpunkt von 6500 K, ein Gamma von 2,2 und eine Helligkeit zwischen 90 und 120 cd/m². So erhältst du eine realistische Vorschau deiner Fotos vor dem Druck. Weitere Informationen dazu findest du auf unserer Supportseite. Eine Kalibrierung muss übrigens nicht teuer sein.
Nach der Kalibrierung wird ein Monitorprofil erstellt, das von deinem Betriebssystem sowie von Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop und Lightroom erkannt wird. Dadurch kannst du dich darauf verlassen, dass das, was du auf dem Bildschirm siehst, dem späteren Druckergebnis möglichst nahekommt.
Die Arbeitsumgebung richtig einrichten
Nicht nur der Monitor, sondern auch deine Arbeitsumgebung beeinflusst, wie du Farben wahrnimmst. Der Raum, in dem du deine Fotos beurteilst, sollte neutrale Farben haben, um Farbstiche zu vermeiden. Helle Grautöne an den Wänden sind ideal. Auch die Beleuchtung spielt eine wichtige Rolle. Laut der ISO 3664:2009 Norm, wie sie auch in den NIDF Richtlinien festgelegt ist, sollte die Farbtemperatur des Lichts 5000 K betragen, mit einem Farbwiedergabeindex von mindestens 90, idealerweise 94 oder höher. Die Beleuchtungsstärke am Arbeitsplatz sollte zwischen 32 und 64 Lux liegen.
Ist der Raum zu hell oder zu dunkel, beeinflusst das deine Wahrnehmung der Bilder und kann zu falschen Korrekturen führen. Mit der richtigen Beleuchtung kannst du deine Fotos deutlich genauer beurteilen und bearbeiten.
Farbmanagement in Photoshop und Lightroom einrichten
Ein korrekt eingestelltes Farbmanagement in Photoshop ist essenziell für farbtreue Abzüge. Viele Anwender arbeiten unbewusst mit Standard Einstellungen, die stark auf CMYK ausgelegt sind. Für Fotografen ist jedoch RGB deutlich wichtiger, insbesondere bei der RAW Fotografie.
In Photoshop legst du unter Bearbeiten und Farbeinstellungen deinen Arbeitsfarbraum fest. ProPhoto RGB bietet den größten Farbumfang, Adobe RGB ist ebenfalls eine sehr gute Wahl. Arbeitest du mit RAW Dateien, ist Adobe RGB oft die beste Option für die Bildbearbeitung. Kein Drucker kann ProPhoto oder Adobe RGB vollständig wiedergeben. Deshalb wählst du beim Umgang mit Farben außerhalb des Farbraums die Rendering Intents Relativ farbmetrisch oder Perzeptiv. Für die Online Nutzung solltest du deine Bilder immer in sRGB umwandeln, um eine konsistente Darstellung zu gewährleisten.
Arbeiten mit Druckerprofilen für konsistente Ergebnisse
Der verwendete Drucker und das Papier haben großen Einfluss auf die finalen Farben deines Abzugs. Wir arbeiten mit eigenen ICC-Profilen, um möglichst genau vorherzusagen, wie deine Fotos gedruckt werden. Lieferst du deine Dateien in sRGB oder Adobe RGB an, wandeln wir diese automatisch in unser aktuelles Profil um. Möchtest du noch mehr Kontrolle, kannst du unsere ICC Profile installieren und deine Fotos mit dem passenden Profil simulieren. So erhältst du eine realistische Vorschau des Druckergebnisses.
Mit den richtigen Einstellungen und Profilen stellst du sicher, dass deine Fotos sowohl auf dem Bildschirm als auch auf Papier optimal dargestellt werden.
Wie vermeidest du zu dunkle Abzüge?
Der große Unterschied zwischen Monitor und Abzug ist, dass ein Bildschirm selbst Licht abstrahlt, während ein Druck vom Umgebungslicht abhängig ist. Dadurch wirken Abzüge oft dunkler als die Darstellung auf dem Bildschirm. Deshalb solltest du bereits bei der Bildbearbeitung berücksichtigen, unter welchen Lichtbedingungen der Abzug später betrachtet wird.
Um zu vermeiden, dass deine Abzüge zu dunkel werden, ist es wichtig, den Monitor korrekt zu kalibrieren und die Helligkeit bewusst etwas niedriger einzustellen. So entspricht die Bildschirmdarstellung eher dem späteren Druck. Zusätzlich hilft es, Fotos unter ähnlichen Lichtverhältnissen zu beurteilen wie in dem Raum, in dem sie aufgehängt werden. Der Unterschied zwischen Tageslicht und Kunstlicht ist größer, als man oft denkt. Nach der Kalibrierung kannst du das Bild in deinem Bearbeitungsprogramm außerdem leicht aufhellen, damit der finale Abzug ausgewogen wirkt.
Fotos aufhellen und optimieren
Wenn deine Abzüge immer wieder zu dunkel ausfallen, liegt das oft an einer zu hohen Monitorhelligkeit. Moderne Displays sind standardmäßig sehr hell eingestellt, wodurch Bilder auf dem Bildschirm besser aussehen, als sie in Wirklichkeit sind. Das führt dazu, dass Fotos unbewusst zu dunkel bearbeitet werden. Eine Kalibrierung und das Reduzieren der Helligkeit schaffen hier Abhilfe.
Sollten deine Abzüge trotz korrekt eingestelltem Monitor zu dunkel sein, kannst du in Lightroom eine zusätzliche Korrektur vornehmen. Im Modul Drucken lässt sich die Option Druckanpassung aktivieren. Dort kannst du Helligkeit und Kontrast feinjustieren. Das erfordert etwas Erfahrung, da das Ergebnis erst nach dem Druck sichtbar wird. Hast du die richtigen Einstellungen für eine bestimmte Papier und Druckerkombination gefunden, kannst du diese für gleichbleibende Ergebnisse wiederverwenden.
Hast du keine Erfahrung mit Bildbearbeitung oder arbeitest du nicht mit Photoshop oder Lightroom, kannst du die automatische Optimierung von Profotonet nutzen. Diese Funktion passt Helligkeit, Kontrast und Farben automatisch an, damit deine Fotos auf Papier besser wirken. Bei vielen Standardlaboren ist diese Optimierung immer aktiv. Bei uns musst du sie bewusst einschalten, da viele Fotografen ihre Bilder lieber selbst bearbeiten und die volle Kontrolle über das Ergebnis behalten möchten.
Vorbereitung ist der Schlüssel zum perfekten Abzug
Wenn du unsicher bist, ob dein Monitor korrekt eingestellt ist und du deine Fotos nicht selbst gezielt bearbeitest, ist es sinnvoll, die Optimierung zu aktivieren. So verhinderst du, dass deine Abzüge zu dunkel oder zu flau ausfallen. Am Ende dreht sich alles um Vorbereitung. Eine gut eingerichtete Arbeitsumgebung, ein kalibrierter Monitor und die richtigen Werkzeuge sorgen dafür, dass deine Fotos genau so gedruckt werden, wie du sie dir vorstellst.
Befolgst du diese Schritte, kommst du beim Drucken nicht unangenehm ins Staunen, sondern erhältst hochwertige Abzüge, die deine Fotos wirklich zum Leben erwecken. Viel Erfolg beim Erstellen perfekter Prints.

