Ramon Romein Fotografie

Es gibt Fotografen, die ihre Kamera sofort zücken, kaum dass sie irgendwo hereingekommen sind. Ramon macht das nicht. Er schaut erst einmal. Er hört zu. Er stellt Fragen. Und erst wenn er weiß, was ein Foto erzählen soll, fängt er an, darüber nachzudenken, wie er das einfangen wird.

Das klingt vielleicht selbstverständlich. In der Praxis ist es das aber nicht. Viele Fotografen, vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen, stürzen sich auf das Technische: das Licht, die Komposition, die Einstellungen. Und die Vorbereitung? Die wird nebenbei mit erledigt.

Ramon macht es andersherum. Und das sieht man seiner Arbeit an.

Fotografie beginnt mit einem Gespräch

Bevor Ramon auch nur einen Schritt in Richtung Location setzt, führt er ein ausführliches Gespräch mit seinem Kunden. Was willst du ausstrahlen? Was soll das Foto erzählen? Und wem? In welchem Zusammenhang wird das Bild verwendet?

Diese Fragen wirken simpel, aber sie legen etwas offen, das viele Kunden selbst noch nicht richtig in Worte gefasst haben. Sie wissen, dass sie Fotos brauchen, aber nicht immer, warum. Oder besser gesagt: nicht immer, was diese Fotos eigentlich bewirken sollen.

„Ein Kunde sagt manchmal: Ich möchte etwas Professionelles, aber trotzdem Persönliches“, erzählt Ramon. „Das ist ein guter Anfang, aber noch keine Richtung. Also frage ich nach. Was ist professionell für dich? Was meinst du mit persönlich? Zeig mir mal drei Fotos, die dich ansprechen, von wem auch immer.“

Fotograf und Kunde
Fotoshooting über die Schulter

Diese letzte Frage ist für ihn Gold wert. Nicht, weil er den Stil eines anderen kopieren würde, sondern weil sie ihm verrät, was der Kunde bei einem Bild empfindet. Und um Gefühl geht es in der Fotografie genau.

Für Hobbyfotografen gilt im Grunde dasselbe Prinzip, nur führst du dieses Gespräch mit dir selbst. Warum will ich das festhalten? Was soll jemand fühlen, der das sieht? Was ist die Geschichte hinter diesem Moment? Wer sich solche Fragen vor dem Shooting stellt, macht während des Shootings bessere Fotos.

Die Location ist keine Kulisse, sondern eine Geschichte für sich

Wenn das Gespräch Klarheit gebracht hat, macht sich Ramon auf die Suche nach der Location. Und auch hier nimmt er sich mehr Zeit, als man vielleicht erwarten würde. Am liebsten besucht er eine Location vorab. Er will wissen, wie das Licht zu verschiedenen Tageszeiten fällt. Er will wissen, welche Blickwinkel funktionieren und welche nicht.

„Eine Location anhand von Fotos auszuwählen, die man online findet, ist gefährlich“, sagt er. „Du siehst, was jemand anderes gesehen hat, in einem Moment, in dem jemand anderes dort war. Aber du bist zu einem anderen Zeitpunkt dort, mit einem anderen Auftrag, einem anderen Gefühl. Du musst es selbst erleben.“

Eine Action-Aufnahme von Ramon während des Fotoshootings
Fotoshooting

Das gilt auch für die weniger naheliegenden Details. Ein Hintergrund, der auf den ersten Blick schön aussieht, kann in der Praxis ablenken. Ein Winkel, der unscheinbar wirkt, kann genau die richtige Stimmung erzeugen. Ramon vergleicht mehrere Optionen und schaut, was der Raum zulässt: nicht nur visuell, sondern auch praktisch. Ist genug Platz, um sich zu bewegen? Stören die Geräusche im Hintergrund? Fühlt sich der Ort gut an?

Letzteres ist vielleicht am schwersten greifbar, für Ramon aber das Entscheidende. „Wenn ich mich an einer Location nicht wohlfühle, mache ich dort keine guten Fotos. Und wenn mein Kunde sich nicht wohlfühlt, erst recht nicht.“

Warum Ramon seine Arbeiten drucken lässt

Ramon arbeitet den ganzen Tag mit digitalen Bildern. Und trotzdem bringt er seine besten Arbeiten auch zu Papier. Manchmal für sich selbst. Manchmal als Teil dessen, was er einem Kunden liefert.

„Ein Foto auf einem Bildschirm steht immer in Konkurrenz zu allem drumherum. Auf Papier steht es allein. Da schaust du es wirklich an.“

Der Print verändert auch, wie er seine eigene Arbeit beurteilt. Ein Foto, das auf dem Bildschirm gut aussieht, kann auf Papier enttäuschen – und umgekehrt.

„Print ist für mich die echte Probe. Wenn ein Foto auf Papier besteht, weiß ich, dass es stimmt.“

Ein Hardcover-Fotobuch für Serien, die aufbewahrt werden sollen. Aluminium-Dibond für die Fotos, die hängen sollen: zu Hause, im Studio oder beim Kunden im Büro.

Keine Nostalgie. Eine bewusste Art, Bildern das Gewicht zu geben, das sie verdienen.

Bestellungen bei Profotonet
Fotobuch zum Shooting mit Ramon

Was du davon mitnehmen kannst

Ob du nun professionell fotografierst oder rein für dich selbst: Ramons Herangehensweise enthält Lektionen, die für alle gelten.

  • Beginne mit der Geschichte. Was willst du erzählen? Was soll jemand fühlen, der dein Foto sieht? Diese Frage zu stellen, macht dir bewusster, was du tust und warum.
  • Kenne deine Location. Erkunde sie vorab. Schau, wie das Licht fällt, welche Blickwinkel funktionieren, welche Stimmung herrscht. Eine Location, die du kennst, gibt dir Freiheit. Eine Location, die du nicht kennst, macht Stress.
  • Lass deine Arbeit auf Papier existieren. Ein Foto in einem Ordner auf deinem Computer ist kein Foto, das lebt. Drucke deine Favoriten aus. Mach ein Buch daraus. Häng etwas auf. Du siehst deine eigene Arbeit mit anderen Augen – und dir wird bewusst, wie gut sie eigentlich ist.